Das Projekt

Punk-Rock ohne Gitarren - geht das?

1988 kaufte ich meine erste Punk-Rock-Platte, dies war der Beginn einer, tragischen, folgenschweren, nicht enden wollender Leidenschaft. Bereits 1990 besaß ich annähernd das komplette Sortiment des damaligen AM Katalogs (vergleichbar mit Nix Gut von heute). Dazu kam zur selben Zeit mein erster E-Bass. Leider teilte bei uns auf dem Land keiner meine musikalische Leidenschaft, so sammelte ich meine erste Banderfahrung in einer grotten-schlechten Blues-Rock-Cover-Formation. Mitte der 90er folgte dann die Band PARANOIDE SYNDROME. Ein skurriler Crossover von Deutschpunk, Funk und Metal. Ich denke die Bezeichnung Monumentalpunkrock trifft es recht gut. Mein Alltag bestand in dieser Zeit aus Bass spielen, Bass spielen, noch mal Bass spielen, ach ja und ganz wichtig: Kiffen! Der Höhepunkt und gleichzeitig das Ende war das 1997 erschienene, Mini-Album (hier im Shop erhältlich) und ein „Konzert“ bei dem wir nach dem Soundcheck 100,- DM bekamen, damit wir nicht spielen und wieder abbauen! Noch im gleichen Jahr begann ich mit dem Schreiben und Aufnehmen neuer Songs. Da ich keine Gitarre besaß, benutzte ich dafür ausschließlich Bässe. Ich hatte gelernt, dass man Mädchen besser mit Lovesongs als mit Hannibal Lecter-Texten beeindruckt, dass Songs mit 4 Minuten Länge absolut ausreichen, dass Punkrocker eigentlich nicht auf Slap-Bass stehen und dass ich weniger kiffen sollte! Diese Erkenntnis wurde dann auch mit diversen Samplerbeiträgen (unter anderem Schlachtrufe BRD 6 und Partisanen 5) belohnt.

2000 brachte ich in Eigenregie das Album „Bässerwisser“ heraus und formierte eine Band dazu. Durch den Wegzug der Kollegen verlief sich die Band nach 1-2 Jahren leider im Sand, was mich allerdings nicht daran hinderte weiterhin Songs zu schreiben und aufzunehmen. 2004 erschien ein THANHEISER-Feature in der Fachzeitschrift „Bass Professor“ zum Thema „Deutschlands Superbassisten“.

2005 kam das Album „Wer erwachsen wird... hat verloren“ und die Wiederveröffentlichung des mittlerweile vergriffenen „Bässerwisser“ Albums bei Nix Gut raus. Das Livespielen hatte ich in all den Jahren sehr vermisst und auf Grund vieler Konzertanfragen habe ich mich 2006 dazu ent-schlossen nochmals eine Band zusammenzustellen. Die suche nach passenden Mitstreitern gestaltete sich äußerst schwierig, da der Schwarzwald nicht gerade ein Eldorado für Punk-Rocker ist. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass meine Mitstreiter mittlerweile verstreut aus ganz Baden Württemberg kommen.

2010 war es denn endlich soweit: Das dritte Album „Supergau“ erblickte das Licht der Welt.

Diesmal wieder auf dem Hauseigenen Label Subdominante Tonträger.

Als besonderes Schmankerl sind nun zum ersten mal auch vier live aufgenommene Stücke dabei.

Soweit der Stand der Dinge.

Thanheiser 2013